Sommerregen

Ja, wenn wir an Sommerregen denken, fallen uns romantische, melancholische Liebeslieder ein. Wer Sommerregen in Sao Paulo erlebt, dem vergeht alle Romantik. Besonders im Januar regnet es heftig in vielen zentralen und küstennahen Orten in Brasilien, was manchmal zu Chaos und Zerstörung führt. Die Katastrophen dieses Jahr waren im Vergleich zu den Destruktionen im Bundesstaat Rio letzten Jahres noch harmlos.

Vor zwei Tagen musste ich zur Policia Federal und nahm den Bus. Kurz nachdem ich ausstieg kam der erste Schauer und ich hat keine Chance mit einem normalen Ein-Personen-Regenschirm. Die Schuhe waren binnen einer Minute komplett durchnässt. Aus den Wasserrinnen der Häuser entwickelten sich eigenständige Bäche.

Das Foto unten vom O Estado de Sao Paulo vom 16.Januar zeigt ganz gut, was noch so passieren kann. Also, bei Regen in Sao Paulo am Besten erst gar nicht das Haus verlassen.

Cracolândia – Ein Drogenviertel mitten im Zentrum

Wehe man biegt im Zentrum falsch ab, denn man könnte zum Beispiel in Cracolândia landen. Das ist nicht nur Touristenproblem, auch viele Paulistana wissen zwar, dass es diese von  Süchtigen besetzte Gegend gibt, aber nicht genau, wo sie liegt. Wenn man hinein gerät, langsam bewegen, zusehen, dass die Raubtiere einen nicht erfassen und den kürzesten Weg heraus wählen.

Der name Cracolândia erklärt sich von selbst. Hier leben die Cracksüchtigen auf den Strassen Sao Paulos, konsumieren auch am hellichten Tag und von der städtischen Polizei wird dies bisweilen toleriert. Es ist schon lustig, dass die Polizei in Vila Madalena junge Kiffer erschreckt, aber es nicht wagt einen Schritt in Cracolândia zu setzen.

Der Preis von Crack beträgt nur 10 RS auf der Strasse. Schon Kinder sind unter den Süchtigen. Es hat mich immer verwundert, dass jeder von dieser Gegend weiss und niemand was unternimmt. Der brasilianische Wikipedia Eintrag erzählt ganz optimistisch, dass die Regierung seit 2005 sehr viel in den Wiederaufbau der
Gegend investiere, um sie dadurch wieder für den Handel attraktiv zu gestalten.

Es werden wohl seit einem Jahr Institutionen zur Drogenentziehung eingerichtet, aber bis sich wirklich etwas verändert wird es eine Weile dauern.

Ein Mini-Cracolândia bildete sich kürzlich im Jardim Peri, wo an die 20 Drogenkonsumenten täglich zusammenkommen und Anwohner sich aus Angst vor möglichen Überfällen kaum noch aus dem Haus trauen. Frauen, die bei Anbruch der Dunkelheit zur Arbeit gingen, wurden sogar ihrer Kleidung beraubt.

Solche Dinge zeigen die Ambivalenz dieses Landes zwischen Aufbruch und tiefverankerten sozialen Problemen. Eine stabile Gesellschaft kann Brasilien mit diesem langsamen Tempo nur schwer erreichen.

 

Foto von:

http://blogsensacional.blogspot.com

Brasilianischer Rassismus und Vorurteile

Brasilien Fans würden Rassismus hier wahrscheinlich am wenigsten vermuten. Sogar viele Brasilianer denken, den gäbe es hier nicht wirklich. Erfahrungsgemäss muss ich zugeben, dass Brasilien sicher das Land ist, wo man ihn im Vergleich zu Europa und Asien am wenigsten findet. Wenn man hier längere Zeit verbringt mekrt man aber, es gibt ihn, und er versteckt sich gerne.

Mir fiel irgendwann auf, dass die meisten meiner brasilianischen Freunde keine schwarzen Freunde haben. Das erklärten viele mit dem unterschiedlichen Bildungsniveau, dass sich wiederum aus der Geschichte der Sklaverei erklärt.

Aber beginnen wir mit einer anderen Geschichte, die in den letzten zwei Wochen für Furore sorgte. Eine spanische Familie war in einem Restaurant in Sao Paulo. Ungewohnt für brasilianische Augen: Die Eltern waren weiss und ihr adoptierter Sohn schwarz. Jedenfalls während die Eltern am Buffet waren wurde der erst sechs-jährige auf die Strasse gesetzt. Der Kellner rechtfertigte, er habe das Kind für ein Strassenkind gehalten. Und das spiegelt das Denken eines ganzen Landes wieder. Es war hier kein direkter Rassismus gegen die Hautfarbe, aber was mit ihr verbunden wird.

In Brasilien gibt es viele gemischte, man nennt sie hier „Mulatten“, wobei sich Brasilianer der eigentlichen Wortbedeutung nicht so sehr bewusst sind, und keine Wertung durch Anwendung des Begriffs beabsichtigen. Aber Fakt ist, die schlechten Jobs werden in der Mehrzahl von Menschen dunkleren Hauttyps gemacht. In Städten (gross und klein) hat  die Mittelschicht und die Oberschicht Hausangestellte. Man wird unter den weiblichen kaum eine Weisse finden.

Die über Jahrunderte andauernde Sklaverei in Brasilien wurde 1850 verboten, also erst vor 162 Jahren, das sind dann etwa fünf Generationen bis heute. Es ist ja auch nicht so, das mit dem Ende der Sklaverei diese auch wirklich endete. Viele Familien hielten sich weiterhin Hausangestellte und Landarbeiter zu niedrigsten Kosten und verhinderten das soziale Wachstum der ehemaligen Sklaven und ihrer Nachkommen.

Es ist einfach ein seltsamer Anblick, wenn der späte Nachmittag in Vila Madalena hereinbricht und die an der Bushaltestelle Wartenden, alles Frauen dunklerer Haut sind, die die Wohnungen der meist weissen Arbeitgeber putzten, deren Kinder versorgten, das Abendessen vorkochten und jetzt wohl zwei Stunden fahren werden, bis sie zu Hause in einem Vorort Sao Paulos ankommen werden, wo sie dann noch ihre eigene Behausung herrichten und die eigene Familie bekochen müssen. Und morgen bei Tagesanbruch sitzen sie wieder im Bus.

Kinder ärmerer Leute können nur auf öffentliche Schulen, was ihre Chancen zu studieren stark reduziert. Deshalb sieht man eben auch kaum Schwarze an den Universitäten. Vor ein paar jahren hat die Regierung eine Quotenregelung für dunkelhäutige Studenten eingeführt, die von einigen Brasilianern positiv aufgenommen und von anderen widerum stark kritisiert wurde.

Dafür sprechen, dass Menschen, die durch ihre soziale Herkunft und der damit einhergehenden schlechten Bildung kaum die Chance hätten die schwierigen Universitätsprüfungen (bei denen oft auch Schüler privater Schulen mindestens einmal durchfallen) zu schaffen. Als Gegenargument nennen einige Brasilianer, dass es ungerecht gegenüber den anderen Studenten sei, die bessere Ergebnisse brauchen, um dieselben Kurse studieren zu dürfen.

Kommen wir zu den Vorurteilen gegen arme Menschen. Wer wenig Geld hat, dem sieht man das vor allem am äusseren Erscheinungsbild an. Arme spüren dies im täglichen Leben. Viele aus den höheren Schichten glauben ungelogen, dass arme Menschen schlechtere oder dümmere Menschen seien, und man sich von ihnen distanzieren müsse.

Neide, die uns einmal die Woche im Haus hilft, erzähte mir, dass sie einmal einen Kunden hatte, der sie beschimpfte und ihr sagte, er hasse arme Menschen und man solle alle am Besten töten lassen. Sie nennt ihre Kunden im übrigen Chefs, was auch schon vieles aussagt. Sie und ihr Mann gehen beide arbeiten und haben drei Kinder, das letzte ungeplant, und nun ein Jahr alt. Um die älteren Töchter zu entlasten, und weil sie keinen staatlichen Krippenplatz bekommen konnte, wollte sie sich bei einer privaten Krippe informieren. Schon nach dem ersten Blick der Rezeptionistin musste sie sich anhören, dass jene Krippe, keine öffentliche Krippe sei.

Es sind unterschwellige aber in den Köpfen vieler Mittel- und Oberschichtler existierende Vorurteile gegenüber ärmeren Menschen. Wenn man aber von Hautfarben sprechen möchte, dann muss man auch erwähnen, ebenfalls historisch bedingt, dass manche Schwarze und Mulatten sich vom Rest distanzieren, und selbst voller Vorurteile sind. Diese versuchen dann bloss nicht „weiss“zu sein.

Aber wie will man so ein Problem lösen? Abgrenzung von Menschen, die anders als der eigene Kreis sind, ist ein natürliches menschliches Verhalten. Dadurch schützte man früher seine Familie, seine Leute, sein Dorf. Ich denke, das einzige, das hilft, dieses Verhalten zu vermindern, ist eine Angleichung in der Gesellschaft. In Brasilien würde eine Verbesserung der öffentlichen Schulen dabei helfen eine breitere Mittelschicht zu kreieren und Unterschiede somit zu vermindern.

Favelas in Brasilien wachsen weiterhin

Favela ist die Bezeichnung der brasilianischen Armenviertel, die oft in Randgebieten der Städte, oder wie im Falle Rio de Janeiros, auch mitten in der Stadt liegen, und ohne Genehmigung besiedelt wurden. Wer sich jetzt aber Behausungen aus Pappe und Wellblech vorstellt, liegt auch falsch. In vielen Favelas gibt es heute fast nur Bauten aus Ziegelstein und Holz, wenn auch völlig improvisiert, und oft ohne gesicherte Strom oder Wasserzufuhr.

Jedenfalls kennen wir sie aus den Medienberichten über Drogen und Gewalt und viele sicher auch durch den Film „City of God“. In letzter Zeit häufen sich die Polizeieinsätze gegen Banden und Drogenbosse um die Gegenden sicherer zu machen und zu entwickeln. Das geschieht vor allem in Rio wegen der anstehenden Weltmeisterschaft 2014 und den Olympischen Spielen 2016, wo einige grössere Favelas mitten in der Stadt liegen, und damit Bedrohung für Athleten, Mitarbeiter und Besucher darstellen könnten.

Seit vielen Jahren gibt es auch immer mehr staatlich und durch NGOs organisierte Bildungsprojekte, die jungen Menschen aus armen Familien eine berufliche Zukunft ermöglichen sollen. Trotz viel Einsatzes ist alles letztlich nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Die Regierung ist den Problemen der Armut und Kriminalität nicht gewachsen. Brasilianer beschweren sich täglich über die enorme Korruption, die den innerwirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufbruch der letzten Jahre wesentlich verlangsamt. Laut des Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) ist die Zahl derer, die in „unter-normalen“ Behausungen wohnen von 6,5 Millionen im Jahr 2000 auf 11,4 Millionen im Jahr 2010 gestiegen, was 6% der gesamten Bevölkerung sind.

Die grösste Favela ist derzeit Rocinha in Rio de Janeiro mit unglaublichen 69.200 Bewohnern, was erklärt warum die Armenviertel auch als Stadt in der Stadt bezeichnet werden.

Ab Minute sechs:

Cananeia – Teil Zwei Unserer Tour

Zum Ausruhen ging es dann ans Meer nach Cananeia, einem kleinen touristischen Städtchen südlich von Sao Paulo. Hier hatten wir ein gutes Zimmer in einem touristischen Hotel, Mar Azul, ideal für kleine Familien, da ein spaßiger Poolkomplex im Innenhof ist. Cananeia selbst hat keinen Strand. Deshalb sind wir am zweiten Tag mit dem Boot auf die Insel Ilha do Cardoso an den Strand von Itacuruça.

Hier gab es einen 4 km langen Strand, das heißt, je weiter man sich vom Ankunftspunkt entfernt, desto größer die Chance einen einsamen Fleck zu finden. Die vielen Krabben haben zum Glück mehr Angst vor mir, als ich vor ihnen. Aber irendwie sind sie süß, wenn sie so seitwärts abhauen.

An diesem Strand gibt es auch ein Naturschutzgebiet mit Wander- und Radwegen. Das Rad muss man sich aber auf dem Festland ausleihen, und Wandern ist nur mit richtigen Schuhen erlaubt. Wer versucht sich im Internet über die Abfahrten der Boote zu informieren, sucht vergebens. Am Besten um acht oder neun da sein und eines von den verfügbaren nehmen. Wenn es heißt, das Boot fahre um 9 Uhr, ist es eher 9:30 oder 9:40. Ein guter Sonnenschutz ist Muss, und bitte flächendeckend. Sonst hat man hinterher so schöne Sandalenmuster auf den Füßen, wie ich zur Zeit.

Wer in Cananeia etwas stilvoller Essen möchte kann nur in das Café Kurt. Hier ist der Koch phantastich, die Atmosphäre im garten bei Loungemusik ideal, und wer sich trotzdem langweilt, kann sich die antiquarische Sammlung des Restaurants ansehen. Der Kaffee ist auch Top!

Caananeia = Ausruhurlaub (für euch hoffentlich ohne Sonnenbrand)!

PETAR Iporanga (Brasilien-Trip)

Es ist wieder eine Weile her, dass mein Liebster und ich gemeinsam Brasilien erkundeten. Jetzt, gleich zu Beginn des neuen Jahres, waren wir in Iporanga, dass mitten im Parque Estadual Turístico do Alto Ribeira (PETAR), einem Bundesstaatlichen Park, liegt. PETAR ist Natur pur und auf Abenteuertourismus ausgelegt, wobei es doch nicht wenige Familien gab, die den ein oder anderen Wanderweg und Höhlengang auf sich nahmen. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde, und habe die Abenteuer einfach genossen. Wenn man gesicherten und geregelten Tourismus gewohnt ist, dann fühlt man sich etwas mulmig, etwa beim Boia Cross, was eine Art Single Rafting ist. Mein Schatz hat versucht es mir zu beschreiben und ich dachte an die Schlauchbote in Fantasialand, und als wir dann beim Anbieter ankamen, und ich sah, dass ich auf einem zusammengebunden Schlauch einen wilden Fluss runter sollte, gab es kein Zurück mehr. Sehr zu meiner Überraschung ist es recht unproblematisch, abgesehen davon, dass ich fünf Mal von dem Ding rutschte (das erste Mal gleich beim ersten Versuch aufzusteigen). Ich hatte keine blauen Flecken oder Schrammen. Man gleitet einfach mit dem Lauf des Wassers. Ein Junge, etwa 15 oder 16 begleitete uns und leitete meine Boia an schwierigen Abgängen. Circa 1,3 km Spaß in wilder Natur. Der Anbieter hat eine kleine Hütte ein wenig außerhalb von Iporanga mit der Kennzeichnung E.T.

Hiervon habe ich leider keine Fotos, aber hier der linki zu einem, dass dem ganz nahe kommt.

http://mochilaotrips.files.wordpress.com/2010/09/boia-cross.jpg?w=384&h=288

Dann ging es weiter zu den drei Wasserfällen. Eine schöne kleine Tour am Abend, nichts anstrengendes. Das Interessante is, dass der Eintritt, den man für solche Wasserfälle zahlt nicht an den Staat geht, sondern an den, der das Grundstück zum Zugang besetzt hat Auch kein schlechter Weg seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Zur Ferienzeit machen die Leute locker 400 RS am Tag ohne etwas zu tun.

Unsere Pousada Gamboa war auch sehr nett. Sie liegt auch etwas vor dem eigentlichen Hauptort Iporanga. Die Zimmer waren völlig ausreichend eingerichtet und die Wäsche frisch. Das Essen super und die Atmosphäre am Abend herrlich. Ausgehen ist im kleinen Iporanga leider nicht möglich, da werden die schönen Bordsteine zum Abendanbruch hochgeklappt. Man ist aber eigentlich auch von der vielen Natur zu müde um auszugehen.

Am zweiten Tag haben wir die Tropfsteinhöhlen von Santana besucht. Santana ist übrigens kurz für Santa Ana. Unser Führer war ein bisschen verrückt und hat uns nicht nur an unsere eigenen körperlichen Grenzen gesetzt (während er mal eben ohne Probleme zwei Meter Sprünge abwärts machte), sondern uns auch über die offiziellen Touristengrenzen hinausgeführt. Wir haben die Haupthöhle von Santana, die Höhle des Schmutzigen Wassers (Água Suja) und die Höhle des Schwarzen Hügels (Morro Preto) besucht.

Água Suja war wirklich nur über den Flusslauf zugönglich, also Wanderschuhe und Hose komplett nass. Morro Preto war am erstaunlichsten, auch am besten zum Fotos schießen. Hier gab es schmale kleine Gänge und unser Führer machte einen Scherz, als er sich im Dunkeln unbemerkt davon machte. Also, es gab schon so Momente, in denen ich überlegte, ob der Gute noch ganz bei Sinnen ist. Aber es ging alles mehr als gut. Er erzählte, dass seine Frau in manchmal abends bitten würde, in einer Höhle zu schlafen, richtige Urmenschen also.

PETAR war phantastisch und ist ein super Ausflugsziel für die, die etwas erleben wollen, an das sie sich erinnern können. Wer hier aber irgendwelche Sicherheitsregelungen sucht, ist verkehrt. Das nötigste, wie Weste beim Boia Cross oder Helm für den Höhlengang (den braucht man wirklich), kriegt man dann schon und der Rest ist eigene Veranwortung. Ich empfehle lange Hosen, drei Paar feste Schue (die werden ja ständig nass) und immer den Bikini/Badehose untendrunter um sich mal spontan bei einem Wasserfall abzukühlen.

Bevor ich es vergesse, auf dem Weg zum nächsten Ziel Cananeia machten wir Halt um den wunderbaren Wasserfall Cachoeira Meu Deus zu besuchen. Fantastisch! Das war der höchste Wasserfall, den ich je sah.

Also, wer mehr von Brasilien sehen will als nur Strände, der muss nach PETAR.

Kika

Experience

I have returned from Germany 1 1/2 weeks ago and it was great to have seen my mum after such a long time. Distance really is a difficult thing, surely more difficult for a mum than for a child. Besides that I could see some friends again and being back just put me back in balance a bit. I see both cultures a little better again, I see that not everything is so senseless here, and that not everything is working out there. Actually in many points there aren’t many differences. When I talked to my fellow students there I saw that those who graduated face the same difficulties when searching for a good job. Often the IDEAL is so far away, and hard to get.

What I surely missed was winter and the Weihnachtsmarkt (Christmas Fares) and the beauty of small cities. Well, but after a week already I began to miss my life here, too. I have not really a plan to follow, as usual I have no idea what will happen, but I am going my way, and I hope it will be a good one. Within all this little chaos in my daily life some things are getting clearer and all will be more balanced in 2012. And it is not like many of us would actually have orientation. We still go on and do something.

Good Luck to all of you!

Kika

2011 in review

Die WordPress.com Statistikelfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2011 an.

Hier ist eine Zusammenfassung:

Ein New York City U-Bahnzug faßt 1,200 Menschen. Dieses Blog wurde in 2011 etwa 7.500 mal besucht. Um die gleiche Anzahl von Personen mit einem New York City U-Bahnzug zu befördern wären etwa 6 Fahrten nötig.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

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Back Home

Well, already the headline is something to discuss. What is home? Where am I? I came back to Weinheim two days ago and I really enjoy it.

But first, when I entered that airplane full of German beach tourists and business people I started to miss Brazil and its people immediately. It was then, that I remembered why I chose Brazil and why I like it. It is its people, their mentality. Many Germans don’t really remember anymore how to laugh honestly and how to be polite towards other people. The woman sitting in front of me started to watch a comedy when everybody was sleeping. After I woke up the second time because of her loud laughter I nicely told her, that all the other passengers tried to sleep. But I have to say: It worked. Then she was aware again, that she wasn’t alone in this world. Well, the Brazilian woman behind me then was a good contrast. Her problem was not, that she was loud or anything but she had no idea about technique. Well, you know these small folding tables they have on planes? Lufthansa has probably the coolest I have seen. Anyway, you have to look at the directions of the arrows to be able to open and to close it. That woman made me crazy, because always after finishing her meal it took her a minute to close this thing instead of paying a few seconds attention on how that table might be turned up again. And that is something maybe most Germans would never understand. It may be part of their culture to resolve things by yourself in an efficient way.

So, when arriving in Munich a nice police officer had a problem with me visiting Germany and still having my residence permission in my passport. It took her half an hour to find out that this was totally OK. Well, now I am a foreigner in all countries. How sad!

There were about 10 degrees in Frankfurt, which was lovely. I enjoyed the dry cold on my skin and didn’t freeze that much to my surprise. I left to live in a warm country, and then suddenly, when you have a nice climate to live in, you start to miss winter. Especially around Christmas I really need cold and snow and all that usually annoying weather stuff.

Weinheim looks lovely, even the high-rise buildings, which I never liked before, but compared to Sao Paulo they are a small heaven. You can look far and you are surounded by trees. Those trees don’t carry any leaves right now, but it is lovely. In Brazil, which I like too, it is always green (once you leave the city ^_^).

So yesterday my mum and me went on a big shopping tour and I am  so happy about all those new amazing things I got for a very nice price. Germany is a lot cheaper than Sao Paulo. The market regulates the prices in a way, that you canf ind the same products for almost the same price everywhere in the country, whether in a village or in a city. You have a diversity, you have trends, and you can see that to the smallest detail. It is Christmas time, and people this year buy beautiful huge bags where they keep their presents for others.

Oh, and Christmas! My goodness, the variety of Christmas cookies is amazing, I can’t stop trying. I am eating everything now.

Yet, all this is vacation for me. I don’t live here anymore. Soon I’ll be traveling back to Sao Paulo again, and maybe that is why all feels so good here. Being home with my mum, watching TV and reading the news here makes me creative again. It makes me think about more than only my life. When I go back, I will seriously try to bring my life into another direction. I need to learn more about my new home, about what is happening in the world and I need to give something back to other people.

Big Beijos to my friends,

Kika

Oh and this? This is what astonished me today most! I’ve been away for only nine months and Aldi already has bread distribution machines. By pressing the button you choose the type of bread and the quantity. Amazing! And so good! And so cheap! Wow!

And I was amazed after such along time by just sitting in those modern Straßenbahnen (trams). So lovely! But I must look like an Alien. I am smiling all day and commenting to strangers on all those things that amuse me.

^_^

Über so ziemlich alles was in letzter Zeit aktuell war

Mein Blog hängt mal wieder am Tropf und lange Zeit hat sich nichts getan. Ein kurzes Zeichen der Regung während des Komas, das man Leben nennt.

Also: Wo anfangen! Am Besten mit dem heutigen Tag. Es ist Ende 2011 und der heutige Tag fasst vieles zusammen, was ich in den letzten Wochen und Monaten getan habe.

Morgens 6 Uhr: Wecker klingelt! War schon vorher wach aber wollte das Bett nicht verlassen. Mühevolles Ringen um ein paar Minuten mehr Schlaf und Ruhe.

Zum Thema Schlaf: Nach etwa drei Monaten habe ich es endlich geschafft nicht mehr jede Nacht vom Unterrichten zu Träumen.

7 Uhr: Metro Vila Madalena nach Metro Vila Prudente.

8 Uhr: Jo und die Baustelle! Ich war wieder da! Wer ist Jo und welche Baustelle? Also, Jo ist ein ganz lieber etwas verzweifelter Deutscher, der hier in Brasilien an einer großen Baustelle einen super Kran, der vor allem wegen seiner Bohrfunktion genutzt wird, bedient und neue Leute einweist. Sein brasilianischer Spitzname: Papa Noel (Weihnachtsmann).

Auf der Baustelle, die eines Tages ein großer Umschlagplatz für Güter und Personen (Magnetbahnen) sein wird, habe ich als Übersetzerin gearbeitet. Es ist fantastisch. In meinem Leben kam ich mit Baustellen nie in Berührung. Klar! Wenn man in Deutschland an einer Baustelle vorbeiläuft, zieht man oft Blicke und Rufe auf sich. Hier ist das ganz anders. Wenn auch meine Anwesenheit als weibliche Mitarbeiterin für Aufmerksamkeit sorgt, und auch dafür, dass die Jungs pünktlich am Platz stehen, höre ich keine schmutzigen Witze oder derben Sprüche. Im Gegenteil, die Jungs albern unter sich und es ist vom Benehmen her sicher die stilvollste Baustelle, die man sich vorstellen kann.

In meiner kurzen Funktion als Übersetzerin kam ich bislang leider noch nicht ins Schwitzen, wenn ich auch starken Sonnenbrand habe, aber ich denke, dass ich durchaus gebraucht werde. Denn Jo versteht ohne Übersetzer nicht immer, warum es jetzt diesen oder jenen Leerlauf gibt. Trotz seiner Erfahrung in vielen Ländern fühlte ich mich auch so, als ob ich ein wenig Kultur übersetzte. Denn man muss hier einfach mehr Verständnis haben. Brasilianer sind bekannt dafür Meister im Improvisieren zu sein, was der deutschen Genauigkeit sehr widerspricht.

16 Uhr: Ab nach Higienopolis um mit meinem Schüler Fo Weihnachtsplätzchen mit englischer Konversation zu backen. Seine ersten! Sie waren exzellent! ich hoffe sehr, dass seine Familie sie genossen hat. Ich mag Fo sehr, auch wenn er alles andere als ein normaler 16-Jähriger ist. Wie ich sehe und höre, trägt er super viel Verantwortung für die Gestaltung seines Lebens, vielleicht nicht weniger als ich in seinem Alter, aber mit viel mehr Erwartungen der Eltern, Zurückhaltung seinerseits. Während ich zu rebellisch war, scheint er ein ruhiger Fels in der Brandung zu sein, und dass mit 16. Anyway! Von der Baustelle zum Plätchen backen!

19:30 Uhr: Abgabe meiner Unterrichtslisten bei der Englisch-Schule. Es ist der beste Arbeitsplatz, den ich in Brasilien bisher hatte, zumindest was die Organisation und die Freundlichkeit betrifft. Leider ist die Bezahlung nicht so doll, und ich fühle mich langsam auch etwas übermüdet vom Englisch-Unterrichten. Im nächsten Semester, so lieb ich sie auch habe, werde ich weniger Stunden annehmen und darauf hoffen, dass ich mit meiner Restzeit mehr machen und verdienen kann, sei es auch nicht verdienen, aber zumindest meine Kreativität wiederbeleben kann.

Was im Augenblick super viel Spaß macht, und noch schlechter bezahlt ist, ist das Chinesisch-Unterrichten. Ich liebe meine Schüler, unseren aktiven Unterricht. Wenn ich noch so müde ankomme, sobald ich anfange zu erzählen und zu zeigen, bin ich voller Adrenalin. Die besten Stunden waren die letzten beiden an der Uninove. Die Schüler hatten Referate zu verschiedenen Themen vorzubereiten, um einen Überblich zu China und seiner Geschichte zu gewinnen. Es war toll, und alle waren voller Aufmerksamkeit. Man weiß hier nicht viel über China, woher auch. Das quasi einzige worüber die Medien berichten ist die Wirtschaftssituation, aber nicht, wie es dazu kam. Ich konnte mich hier im Anhang viel mehr einbringen, als im normalen Sprachunterricht. Im Sprachunterricht muss ich manchmal geduldig sein, sehr geduldig. Ich muss mich oft wiederholen, aber ich habe gelernt, dass das an sich nichts macht, weil der Lerneffekt dadurch gestärkt ist. Die Leute haben eben auch nur drei Stunden pro Woche und arbeiten oder studieren in der Regel Vollzeit. Jedenfalls versuche ich auch in der Richtung mehr privat zu machen, weil einfach zu wenig von dem vielen Geld an den Lehrer geht, der ja letztlich nicht nur unterrichtet, sondern auch viel Organisationsarbeit hat. Gut! Aber ich weiß auch, dass nächstes Jahr etwas anderes kommen wird. Lehren war ein super Einstieg, und ich möchte es nicht ganz aufegeben, aber ich möchte auch mehr machen. Noch wird nichts verraten, aber ich habe eine Idee.

Wisst ihr, im Leben ist das größte Problem der modernen Zeit vielleicht das, herauszufinden, was einen glücklich macht. Klar weiß man schon aus der Philosophie und Poesie, dass Glück ja so an sich kein Zustand ist, aber man will ja immer ein bisschen mehr, als man hat.

Soviel für heute!

Jetzt noch ein wenig Arbeit und dann ins Bett!

Kika

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